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Gesünder Schreiben

Ich bin ja ein bekennender Fan von Joanna Penn. Insbesondere ihr Podcast hat es mir angetan, wo sie dann auch immer über ihre neuen Bücher berichtet. So auch über „The Healthy Writer“. Ich hab es sofort vorbestellt und nun wurde es Ende Dezember 2017 endlich ausgeliefert. Das Kapitel mit den Rücken- und Nackenschmerzen kommt mir gerade zupass.

Ich habe einen uralten Schreibtisch; um genau zu sein habe ich eine alte Zeichenplatte aus einem Ingenieursbüro, in dem mein Großvater damals gearbeitet hat. Sie hat kleine Löcher von Stecknadeln, die einst dort riesige Bögen Papier gehalten haben und einst war sie auf einem extrem schweren Eisenfuß montiert. Als ich bei meinen Eltern auszog, wurden aus dem Eisenfuß zwei IKEA Tisch-Böcke, die man in der Höhe verstellen und so auch die Platte komplett kippen kann – extrem praktisch, wenn ich mir mal wieder einbilde, es mit Kalligraphie versuchen zu müssen. Mein Schreibtischsessel ist ebenfalls sehr alt, aus Holz mit lederbezogener Sitzfläche; von meiner Mutter aus einem ihrer ersten Jobs.

Vor einigen Jahren habe ich bereits begonnen, eine externe Tastatur und Maus zu verwenden. Die Maus kann ich umstellen, ob ich sie links oder rechts verwenden möchte, was immer sehr hilfreich ist, wenn ich Schmerzen in meiner rechten Hand bekomme. Meinen zweiten Monitor mag ich ebenfalls sehr, spätestens, wenn es ans Überarbeiten geht. Das Notebook steht am Schreibtisch immer auf einem einfachen Plastikständer. So weit, so gut.

Als ich nun das Kapitel zum Thema Rücken- und Nackenschmerzen las, sah ich direkt meinen Schreibtisch vor mir und mir schwante bereits, dass es da noch Einiges an Verbesserungsbedarf gibt. Die Oberkante des Monitors sollte in Augenhöhe sein, um entspannt davor sitzen und schreiben zu können.

Also hab ich gleich in der Früh (nach dem Kaffee) den Weg an den Schreibtisch angetreten, mich in meinen Schreibtischsessel geschwungen und siehe da: gut 10cm Höhe fehlen am externen Monitor, mehr als 20 beim Notebook. Ich wusste es! Ich schaute mich im Zimmer um und entdeckte zwei Projektmanagement Bücher, die ich von meinem Exmann ausgeliehen hatte – passen perfekt unter den externen Monitor! Und ich kann sie ja jederzeit austauschen, wenn er sie wieder haben möchte oder ich tatsächlich nochmal meinen MBA machen möchte.

mein SchreibtischBeim Notebook wurde es etwas schwieriger, da ich gern den Plastikständer vorerst weiterverwenden möchte. Ich mag es ganz gern, wenn es so angekippt vor mir steht, außerdem liegen da ein paar Kabel drunter, die sonst scheußlich im Weg wären. Ich suchte mir drei großformatige Lexika, was von der Höhe her hervorragend hinkam. Allerdings waren sie für den Ständer nicht tief genug. Aber ein Stapel Quartettspiele (Serienmörder, Wiener Kaffeehäuser, etc.) dient jetzt als vordere Stütze. Kleiner Hack, aber funktioniert mal für den Anfang.

Einen Steh-Tisch oder gar einen Tisch mit Laufband drunter mag ich nicht unbedingt haben, auch wenn die Vorstellung, einen Roman im Gehen zu schreiben, grundsätzlich gut klingt. Ich kenne auch eine liebe Autorenkollegin, die am Ende eines Buches neben Wort-, Seiten- und Zeichenzahl auch immer die zurückgelegten Kilometer angibt. Und auch von Linus Torwalds hab ich gehört, dass er einen „Treadmill-Desk“ benutzt. Aber ich glaube, der hätte in der kleinen Wohnung keinen Platz und ich wüsste auch nicht, wie man den durch das enge Stiegenhaus überhaupt hier hinein bekommen sollte. Über einen Sitzball oder so einen Wackelhocker können wir aber noch reden.

der Hack mit dem KartenstapelJoanna schreibt, sie selbst hätte einen hölzernen Schreibtischaufsatz und würde öfter zwischen Stehen und Sitzen wechseln. Vielleicht probiere ich das auch nochmal irgendwann. Aber für den Start als Profi-Autorin sollte das mal reichen. Immerhin geh ich zwei- bis dreimal Pro Woche brav ins Fitness Studio, wo ich mich extra für Rückenübungen angemeldet habe. Es reicht leider wirklich nicht, das einmal in Ordnung zu bringen und dann zwei Jahre nichts mehr zu tun. Neben schlechter Schreibtischhaltung werden wir alle ja auch nicht jünger. Und die ca. € 1,20 pro Tag ist mir ein schmerzfreier Rücken und etwas Auslauf am Vormittag durchaus wert.

Es ist mit den erhöhten Monitoren gleich ein ganz anderes Schreiben. Ein halber Tag und ich habe mich schon dran gewöhnt. Sobald ich noch auf einen anderen Hocker wechsele, werde ich natürlich davon berichten.

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